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Archive for November 2009

BMI-arme Velostreifen in Zürich

kaputter Strassenbelag

kaputter Strassenbelag

Die unrepräsentative Studie über Velostreifen in Zürich

Zürichs Velostreifen sind schmal. Eigentlich wollte ich heute Abend den kaputten Belag nahe des Stauffachers fotografieren, der sich unmittelbar vor dem Velostreifen befindet, der schon seit Jahre so zerschlissen ist und dessen Löcher nur noch grösser werden. Wann werden die wohl mal ausgebessert – wieviele Jahre wird das noch dauern?
Mindestens am Stauffacher selbst, wurde der stark wellige Strassenbelag letzthin ja auch erneuert.

Gewellter Velostreifen

Gewellter Velostreifen

Etwas näher Richtung Stauffacher ist mir noch eine für Velos gefährliche Stelle in den Sinn gekommen, die ich bei dieser Gelegenheit fotografiert und zwar der gewellte Velostreifen vor der Lichtsignalanlage  – da hätt ich mir mal fast den Fuss vertrampt, weil ich mit dem Fuss beim Auftreten auf den Asfalt abknickte, weil die Fussauflagefläche schräg nach unten geht. Auf dem Foto sind die Wellen nicht besonders gut sichtbar, nur etwas beim  „krummen“ Velosignet.

Velostreifen nur für Magersüchtige

Velostreifen nur für Magersüchtige

Am Stauffacher selbst ist mir dann der Velostreifen selbst in die Augen gestochen. Was stimmt hier nicht? Genau, das Velosymbol lampt doch begoscht über den Velostreifen raus!
Dieser Velostreifen ist magersüchtigen Menschen oder Kindern vorbehalten, aber defintiv nicht für erwachsene Velofahrende geeigent!

Da war doch grad am Sonntag in der NZZ ein Artikel über Verkehrsunfälle wegen der Velostreifen auf Seite 73: Fahrbahnmarkierungen sollen die Sicherheit von Veofahrenden verbessern. Sie können aber auch zu engeren Überholmanövern führen und ein falsches Gefühl von Sicherheit erzeugen. Von George Szpiro. Der Artikel ist online gegen Entgelt verfügbar (es ist der längere, das 77-Wörter-Teil ist nur der Teaser auf der Frontseite). U.A. ging es drum, das Autos bei Velostreifen die Velofahrenden deutlich näher überholen als ohne Velostreifen.

Velostreifen 1.5 Zebrabalken breit...

1.5 Zebrabalken Velostreifen beim Stauffacher...

Um die Magersucht des Velostreifens zu verdeutlichen, habe ich diesen Velostreifen am Stauffacher fotografiert. Der Velostreifen ist also gerade mal 1.5 Zebrastreifen breit inkl. Rinnstein! Kunststück, sind bei solch beengten Velostreifenverhältnissen Unfälle absehbar… wo bitteschön bleibt da Platz fürs Velo?

Da war der erste fotografierte ja direkt luxuriös breit so im direkten Vergleich!
Der nächste magersüchtige Velostreifen ist kurz vor dem Stauffacher. Obwohl auch magersüchtig, im Vergleich zum vorangehenden ist er bereits fast wieder „dick“, weil es geschätzte eineinhalb Zebrabalken exkl. dem Rinnstein sind!
Das scheint die Magersuchts-Velostreifen-Kreuzung, wenn ich Google-Maps konsultiere – auch von der Werdstrasse her sind die Velostreifen rekordverdächtig schmal.
In der anderen Richtung hingegen ist der Velostreifen anständig breit.

Magersüchtiger Velostreifen am Stauffacher

Magersüchtiger Velostreifen nahe Stauffacher

Ein anderer ungemütlich schmaler Veloweg ist entlang der Lagerstrasse, ein ehemaliger Gehsteig, der zwischendurch auch mal wieder als das benutzt wird, weil vorne nichts angeschrieben steht. Bin ich mit Veloanhänger unterwegs, ist mir das ehrlich geschrieben zu schmal. 1x Minischwenker und der halbe Anhänger ist auf der Strasse – toll. Auch hiervon gibts schöne Bilder von Google-Maps.

Gibt es kein Mindest BMI-Wert für Velostreifen bzw. Velowege? Dürfen die nach Belieben schmal eingezeichnet werden auf den Strassen?
Mir ist klar, die Platzverhältnisse beim Stauffacher sind eng und deshalb fahr ich jeweils in der Mitte der Strasse, weils zum Überholen, insbesonders auf der andere Seite neben der 8er-Tramhaltstelle schlicht keinen Platz dazu hat. Auch wenn ich dadurch Gehupe kassiere – das ist mir mein Leben wert…

Rita Fuhrer war ja auf einem Veloweg unterweg, als sie über den Haufen gefahren wurde, wegen eines Autos, das ihr den Weg abschnitt, mindestens so stehts in der NZZ.  Ich kenne zwar die Situation bei der Hochstrasse nicht, wo das passierte, aber ich erlebs immer wieder, wenn ich die Badenerstrasse Richtung Altstetten entlangfahre, das ich überholt werde und das Auto unmittelbar vor mir rechts einschwenkt, obwohl der Veloweg dort ja strassenseitig verläuft, also die Velofahrenden gut sichtbar sind für die im Auto fahrenden und ich Vortritt habe auf dem Velostreifen. Nur was nützt mir ein Vortritt, wenn ich in die Autoseite klatsche mit einem 20 oder 25er?

Hier hat mich letzthin bei wunderschönem Wetter ein Auto fast aufgegabelt beim unvorsichtigen Rechtsabbiegen… eine absolut ungemütliche Situation!

Da hilft wohl als Gegenmittel nur wie im NZZfolio im Oktober 2009 beschrieben unternter Das Experiment -mit Perücke fährt es sich sicherer

SchwarzfahrerInnen & anderes Unterbelichtetes

Knallendes & Scherben

Diese Woche war ich mehrmals nachts unterwegs – einmal sogar hab ich den knallenden, grölenden Fussballmob dort bei Bahnhof Altstetten miterleben dürfen, zu schätzungsweise 95% aus jungen Männern bestehend mit schwarzen imposanten Jacken, Camouflage-Hosen oder auch schwarzen, Turnschuhe, Haare waren tendenziell wenige zu sehen, dafür die Hände umso gefüllter mit alkhaltigen Sixpacks sowie dem akustischen Teppich an zu vermuten mit allerlei Knallware – dieses Erlebnis hat mir gereicht. Glücklicherweise hat mein Velo keine Scherbe eingefangen entlang des gut sichtbaren Scherben & sonstigen Trinkverpackungsüberresten  auf der Strasse, den sie Richtung Stadion zurücklegten – blöderweise war mein Weg derselbe. Weiter vorne waren sie im Nachhimmel gut sichtbar, durch eine Rauchwolke plus die akustische Kulisse.

An der Badenerstrasse beim Letzigrundstatdion wimmelte es von PolizistInnen in neongelben und -orangen Westen, etwas weiter vorne stand der Wasserwerfer bereit in einer Quergasse. Was ich vermisste war die Feuerwehr, denn aus dem Stadion stieg eine riesige Rauchfahne, nicht unähnlich dem, was den AKWs optisch entweicht…

Unterbeleuchtete Schwarzfahrende

Es war eine spezielle Nacht, oder auch nicht, da es ja in der Zwischenzeit so ein verbreitetes Fänomen zu sein scheint: SchwarzfahrerInnen auf den Strassen. Macht auf mich einen latent suizidalen Eindruck, das Leben aufs Spiel zu setzen für gesparte 30 Franken fürs Licht! Auch ich hab schon fast die eine Schwarzfahrerin oder den anderen Unterbeleuchteten über den Haufen gefahren, schlichtweg, weil ich sie nicht gesehen hatte in der wenig beleuchteten Nacht! Insbesonders die schnell flitzenden auf unktonventionellen Wegen wie z.B. Gehsteig ohne Velobemalung… Das Ganze lässt sich natürlich noch optimieren durch Telefonieren am Handy! Unterbelichtete schwarzfahrende VieltelefoniererInnen aufm Velo…

Gefahr auf dem Veloweg

Lauernde Gefahr auf dem Veloweg

Um wieviel schwieriger muss es für  Autofahrende mit einiges mehr an Tempo sein, solch latent suizidal Velofahrende zu erkennen…

Der Film

Veloplus hat zum Thema einen eindrücklichen Film erstellt:  Velo & Licht.
Der Link zur Homepage von Veloplus, wo der Film auch abspielbar ist (links unten).

Vielleicht erkennst du so, was ich meine mit latent suizidalem Verhalten auf der Strasse bei fehlendem Licht…

Sonstige unterbeleuchtete Hindernisse

Aber leider sind nicht nur manche Fahrende unterbeleuchtet, sondern auch die Beschilderung. Insbesonders die unbeleuchtete auf den Veloweg plazierten Exemplare in schwach beleuchteter Umgebung – das Strassenschild rechts hätt mich fast erwischt an diesem Abend – optimal auf Kopfhöhe plaziert, von vorne kaum sichtbar mit Farben, noch weniger sichtbar von hinten, da nur, da nur gräuliche Fläche!

Ich plädiere für die zwingende Beleuchtung von Strassenschildern auf zweckentfremdeten Boden. Auf Autobahnen ist dies ja problemlos möglich, genauso wie bei Baustellen!

Was haben übrigens Autoverkehrsschilder auf den sonst bereits schmalen Velostreifen verloren?
Was soll das?
Ist der Velostreifen die Abstellkammer oder Knautschzone für Autoschilder bei befürchteter „Platznot“? Velofahrende können ja problemlos ausweichen? Im Winter dem Schnee, im Sommer den Schildern? 😦

Es fehlen die Räder...

Dem Schild fehlen nun einfach mal die Räder...

Obiges war nicht das letzte Schild das ich sah an jenem Abend, auf der nahen Brücke hats noch eins, zwar etwas besser sichtbar, trotzdem ein unterbeleuchtetes Verkehrshindernis und -ärgernis für Velofahrende genauso wie zu Fuss gehende…

Früher wars exakt dort plaziert, wo die Brücke am engsten ist. Das Kreuzen von fahrendem Velo & zu Fuss gehender Personen war nicht gefahrenfrei möglich. Das ist auch gut sichtbar auf Google-Maps festgehalten: von hinten und von vorne.
Ich frage mich, in welchem Gemütszustand Personen sich befinden, die so ein klobiges Schild mitten auf dem Veloweg an der schmalsten Stelle dumpen! Was benötigen die für eine Ausbildung bzw. welche Ausbildung durchlaufen sie, um Strassnschilder zu plazieren? Ob die bereits mal was vom Strassenverkehrsgesetz gehört haben oder nächtlicher Sichtbarmachung gefährlicher Objekte durch Licht? Ich nehme an, im Gestz hat es genügend Regeln, die diese Art des Schilderdumpings verhindern müssten…

Wäre das Schild in 2.50 m angebraucht und nicht auf Kopfhöhe, sähe die Gefahrenlage doch gleich ganz anders aus.

Weshalb werden diese Objekte nicht dorthin gestellt, wo sie hingehören, auf die Strassen?

Zu gefährlich?

Ach so… aber bedenkenlos zumutbar auf Kopfhöhe für Velofahrende?

Hmmm, aus dieser Perspektive betrachtet ist das geplante Velohelmobligatorium des BFU durchaus sinnspendend…

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